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Bremst der EU AI Act Österreichs KI-Firmen? Denkraum II über den KI-Standort Österreich

Podiumsdiskussion „Denkraum II" · AInext, 15.04.2026, Linz · Video: 56:36 Min.

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Der „regulatorische Burggraben"

Pröll: Europa habe reguliert, bevor die Innovation da war — die USA umgekehrt. Hochreiter wird deutlich: Ein Linzer Modell sei so gut wie Llama, aber halb so teuer und dürfe in den USA auf den Markt, wegen des EU AI Act aber nicht in Europa. Frühfassungen des Gesetzes hätten unscharfe Schwellen enthalten. Lippert hält dagegen: Aus Bürgersicht gebe der AI Act Sicherheit. Knogler (KEBA): Die größte Barriere sei nicht die Regulierung, sondern der eigene Glaube und die eigenen Fähigkeiten — unter dem AI Act sei für produzierende Unternehmen viel möglich.

Talent und Kapital

Die JKU bildet tausende KI-Talente aus, die dann abwandern. Champions-League-Gehälter seien nicht matchbar; das Kernproblem sei Kapital. Diskutiert werden bessere Brücken von der Uni in die Wirtschaft, Startup-Perspektiven und eine bessere Fehler- und Wertschätzungskultur (Beispiel Peter Steinberger).

Energie und Rechenzentren

Der Energieverbrauch werde sich bis 2030 verdoppeln. Genehmigungsverfahren sollen beschleunigt, Erneuerbare massiv ausgebaut werden. Knogler verweist auf den Trend zu „Device AI"/Edge (kleine Modelle direkt auf der Maschine) — was den Bedarf an immer mehr Rechenzentren relativieren könnte.

Konkrete politische Maßnahmen

Pröll kündigt an: eine von allen 27 EU-Staaten unterzeichnete Souveränitätscharta; digitale Souveränität als Kriterium im Vergaberecht (Vorrang für heimische/europäische Produkte); die Öffnung der staatlichen Register (Once-Only-Prinzip); und „Public AI" — eine KI-Plattform für 138.000 öffentlich Bedienstete. Live vereinbaren Pröll und Hochreiter, einen Anwendungsfall mit dem NXAI-Modell zu erproben.

„Welche Entscheidung würden Sie nie einer KI überlassen?"

Die menschliche Schlussrunde: Lippert nennt die Partnerwahl, Moser das Musizieren, Pröll Leben/Tod in der Medizin. Hochreiter am deutlichsten: KI dürfe keine Entscheidungen über Menschen fällen — sie habe keine Empathie. Alle lehnen eine KI als Ministerin ab.

Die Teilnehmer

Alexander Pröll (Staatssekretär für Digitales, Bundeskanzleramt), Sepp Hochreiter (JKU/NXAI), Doris Lippert (VÖSI/Cloudflight), Manuel Moser (Kencom) und Christoph Knogler (CEO KEBA, IV-AI-Taskforce).

Häufige Fragen

Bremst der EU AI Act österreichische KI-Firmen?
Laut Hochreiter ja — ein besseres, günstigeres Linzer Modell dürfe wegen des AI Act in Europa nicht auf den Markt, in den USA schon. Andere Panelisten sehen den AI Act als Sicherheitsgewinn und die eigentliche Barriere im unternehmerischen Mindset.
Welche Entscheidung sollte man nie einer KI überlassen?
Das Panel ist sich einig: Entscheidungen über Menschen (Medizin, Leben/Tod) — weil KI keine Empathie hat — und ein politisches Amt.